GORASIA
"Gorasia - Perle der Mitte, Becken der Zerwürfnisse,
Geißel der Götter"
Gorasia... Ein Name welcher klingt wie ein Gleichnis; ein Gleichnis zwischen
Schönheit und Entsetzen, Freiheit und Sklaverei, Sanftmut und Grausamkeit,
Heldentum und Verzweiflung. Gorasia, das Land der vielen Gesichter, Land
der Weisheit, Land der Masken, Land voll der Hoffnung auf das Ende dieses
Lebens und die Entstehung eines Neuen...
Diese Worte entstammen dem Mythos der Epoche der Acht, verfaßt vor
langer Zeit, als die Welt noch in ihren Grundfesten existierte. Stark,
unerschütterlich. Eine Zeit, in welcher die längst vergessenen
Götter noch wie Gleiche unter Gleichen zwischen den Menschen dieses
einst gelobten Landes wandelten. Eine Zeit, lange vor jenen unheiligen
Kreaturen, welche sich selbst die Drachensöhne nannten, das Volk
in die Verdammnis rissen und den stolzen Bewohnern Gorasias Lüge
und Habgier brachten. Versprechungen von Macht und Einfluß, Reichtum
und Magie, die sie ihre Würde vergessen ließen...und ihre Liebe
zu den Göttern. Und ihnen folgte Verrat, Siechtum und Tod. Berauscht
von ihrer neuen Macht durch die dunkelste Magie, geblendet durch unbändigen
Machthunger und dem Durst nach unheiligem Wissen, vernichteten sie ihre
einstigen Götter und Beschützer, raubten ihnen ihre Lebenskraft,
ihre Magie und ihre Substanz. Ihr letzter gemeinsamer Aufschrei vor Qual
und Entsetzen ließ die Erde Erbeben. Gigantische Risse im Erdboden
verschlangen ganze Städte und mit ihnen all die Machtgier und Korruption
der letzten Jahrhunderte. Flutwellen, höher als jedes Gebirge, welches
je ein Mensch betreten hatte, rissen meilenlange Küstenstreifen mit
in die schwarze Tiefe des unbarmherzigen Meeres. Wälder brannten
nieder, als gigantische Krater sich in ihrer Mitte erhoben und heisse
Magma sich aus den Venen der Erde ergoß und alles mit sich in die
Niederhöllen riß... Erbarmungslos.
Nicht Frau noch Kind noch Tier sollte diesem grausigen Schicksal entgehen.
Wo einst fruchtbare Hänge und Täler das Antlitz dieses ehemals
prachtvollen Reiches zierten, war nun nichts mehr als Asche, Wüste,
Sumpf und karges Ödland. Ein gigantisches Massiv erhob sich entlang
der Grenzen des einst so großartigen Landes. Des Reiches der Künste,
der Warmherzigkeit, der Dichtung und des Glaubens. Es erhob sich, als
wolle die Erde das Reich vom Angesicht der Welt ausmerzen, wie ein Geschwür,
welches der Leib auszuheilen versucht, um eine Ausbreitung auf den Rest
des Körpers...der Welt...zu verhindern. Dreimal fünf Zyklen
solle das Land vom Antlitz der Erde getilgt sein, auf daß es wiedergeboren
werde, wie auch seine einst so liebevollen Bewohner und Ihre Götter.
Ihre Taten sollten Vergessen sein, ihre Schuld gesühnt und das Reich
zu alter Größe und Blüte wieder auferstehen, um die Welt
mit all ihren Liedern, ihrem Fleiß, ihrer Weisheit und ihrem tiefen
Glauben zu bereichern.
So Steht es in den alten Prophezeiungen geschrieben...