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Die
Provinz Su im Gorasischen Imperium
Lage und Grenzen [Wird überarbeitet] Bevölkerung, Volksklassen, Sprache Die Bevölkerung der Provinz Su bestand ursprünglich nur aus den Han, doch nach dem großen Zusammenbruch haben sich Keshikianer im Osten der Provinz niedergelassen. In ihren Händen liegt ein grossteil der Landesverteidigung. Die Bewohner der Gebirge zeichnen
sich unvorteilhaft durch Roheit und Unzugänglichkeit aus. Der gesellschaftlichen
Stellung nach werden bei den Han vier Volksklassen unterschieden: Gelehrte,
Ackerbauer, Handwerker und Kaufleute. Geburtsadel spielt gegenüber
dem Einfluß des Beamtenstandes eine geringe Rolle. Nicht die Prinzen,
sondern die mit öffentlichen Ämtern bekleideten Männer
bilden die Aristokratie; kaiserliche Prinzen ohne ein Amt sind unbedeutend.
Würden und Titel sind nicht erblich. Der Gelehrtenstand, der geachtetste
unter allen Ständen, ergänzt sich aus allen Schichten der Bevölkerung,
aus Armen und Reichen. Nur Gelehrte und die aus ihnen hervorgegangenen
Regierungsbeamten gelten als höhere Klassen. Da aber alle Klassen
dem Geld nachstreben und sich viele Gelegenheiten finden, die fehlenden
Vorbedingungen zum Regierungsamt durch Geschenke zu erschließen,
statt durch Wissen, sich zu verschaffen, so fehlt es dem Wohlhabenden
nicht an Stützen zur Erklimmung der Stufe eines angesehenen Mannes
Die niederen Grade sind mit zeitlichen Gütern nicht reichlich bedacht
und neigen in ihrem Leben wie in ihren Bestrebungen mehr zur Einfachheit
hin. Die Sklaverei, wenn auch nicht im Sinn der allgemeinen Sklaverei,
ist eine hergebrachte Einrichtung eines Haushaltes; der als Kind gekaufte
Sklave wird, als Glied der Familie betrachtet, kann aber auch weiter verkauft
werden. Der zum Frondienst verurteilte Verbrecher wird dauernd seiner
persönlichen Freiheit beraubt. In vergangenen Jahrhunderten wurde
den Armen erlaubt, ihre Kinder zu verkaufen; hieraus entstand die Privatsklaverei.
Diese Kaufsklaven werden meist wie Kinder behandelt und sind gegen Mißhandlung
durch Gesetze geschützt. Die weiblichen Haussklaven gehen mit der
Verheiratung in die Gewalt des Mannes über. Beschränkungen im
Genuß des vollen Bürgerrechts erleiden die Schauspieler und
Prostituierten, die Scharfrichter, Gefängniswärter und unter
den Dienern der Großen diejenigen, welche ihren Herren auf der Straße
vorausgehen, um ihnen die gebührende Achtung zu verschaffen. Ihre
und ihrer Kinder Ehre gilt bis in die dritte Generation. als gemindert
und zwar bei Schauspielern und Prostituierten, weil sie schamlosen Herzens
seien, bei den übrigen, weil sie ein hartes Herz zeigen.
Geistige Eigenschaften der Han, Tracht, Wohnung Die geistige Befähigung
der Han ist nicht gering: sie haben ganz selbständig auf eignem Boden,
ohne anregende Berührungen mit fremden Völkern, eine Reihe überraschender
Erfindungen gemacht, eine umfassende, besonders encyklopädische,
Litteratur hervorgerufen sowie in staatlichen Einrichtungen Größeres
geschaffen als alle andern Nationen. Diese Kultur darf uns aber doch keine
besonders hohe Meinung von ihren Anlagen geben. Sie sind nicht umsichtig,
orientieren sich schwer und erhalten ihre Ideen immer ausschließlich
auf bestimmte Zwecke konzentriert; sie vergessen bei Verfolgung einer
Aufgabe, deren Lösung im allgemeinen oder in einem gewissen Sinn
sie sich vorgenommen haben, alles andre, führen dafür aber das
Begonnene oft bis in die kleinsten Details mit staunenswerter Genauigkeit
und unermüdlicher Geduld aus. Alles in der Provinz Su bewegt sich
in bestimmten Geleisen. Den Charakter der Han kennzeichnet Gleichgültigkeit.
Fleiß, nüchtern und mäßig in Speise wie Trank, im
Sinn auf das Praktische gerichtet, machen sie als Kaufleute den Mittelländern
auch aus Nationalgefühl erfolgreiche Konkurrenz. Die Kleidung ist nach den Provinzteilen
verschieden, doch hat sie einen durchaus ständigen Zuschnitt und
ständige Bestandteile. Der gemeine Mann trägt Jacke und Beinkleid,
der Reichere während des Sommers Beinkleid und ein langes, weites
Obergewand von Seide oder Leinwand ohne Kragen, mit weiten Ärmeln,
das für gewöhnlich frei herunterhängt, aber auch durch
einen seidenen Gürtel zusammengehalten wird. An letzterm werden der
Fächer in seidener Scheide, ein gestickter Tabaksbeutel, eine Taschenuhr
in einem gestickten Beutel, eine Dose mit Feuerstein und Stahl getragen,
zuweilen auch ein Messer in einer Scheide und ein Paar Eßstöckchen.
Als Kopfbedeckung tragen die Beamten im Sommer kegelförmige Kappen
aus Bambusgefäde, auf der Spitze mit einem Knopfe versehen, der den
Rang des Trägers anzeigt, und von dem ein Büschel von karmesinroter
Seide oder roten Pferdehaaren herunterhängt. Die Landleute tragen
im Sommer große, schirmartige Bambushüte, gegen regnerische
Witterung eine Art Rohrgestell, an welchem das Wasser abläuft. Der
Stoff ist meist Baumwollzeug. Tuch wird nur von Wohlhabenden getragen.
Um der Kälte zu begegnen, tragen die niedern Volksklassen im Winter
drei oder mehr baumwollene Kleider übereinander oder wattieren sie
mit Baumwollabfall; Reichere kleiden sich in Tuch und Pelz. Die Feier
und Staatsanzüge sind außerordentlich kostbar. und möglichst
reich mit Seide und Gold bestickt, die Tressen sind jedoch vielfach falsch.
Strümpfe, meist aus Baumwolle oder aus Seide gewebt oder auch aus
Baumwollzeug zusammengenäht, werden allgemein getragen, schmiegen
sich jedoch in der Form nicht dem. Bein an und werden unter dem Knie mit
farbigem Strumpfband befestigt. Die Schuhe sind. aus baumwollenem oder
seidenem Oberzeug gefertigt und mit papierener oder lederner Sohle versehen;
Reiche tragen im Winter Schuhe von Tuch, Atlas oder Samt. Der Landmann
geht großenteils barfuß, die Last träger pflegen Sandalen
von Stroh anzulegen. Die Wohnungen der Han sind sehr verschiedener Art. Auf den Flüssen und in den großen Häfen leben viele ganz auf Schiffen, neben dem Wohnschiff befinden sich oft andre als Schweinestall oder Gemüsegarten. Andre leben auf festgelegten Flößen. Die Häuser sind einstöckig, höchstens zweistöckig und der Mehrzahl nach entweder bloß in ihrer Hinterwand oder in zwei Seitenwänden aus gebrannten oder ungebrannten Ziegelsteinen gebaut, sonst teils aus Brettern, teils aus mit Lehm angestrichenem Flechtwerk oder aus Matten zusammengefügt und sehen meist ärmlich und schmutzig aus. Der Boden ist nicht gedielt und uneben; statt Glas bedeckt Papier die Fensteröffnungen, und die Stuben sind stets ungenügend beleuchtet und gelüftet. Der Hausrat besteht aus wenigen Stühlen und Tischchen; als Bettstelle dienen im südlichen und mittlern Bereich der Provinz Su gewöhnlich zwei Schemel und einige daraufgelegte Bretter, auf welche zu unterst Stroh oder eine Strohmatte und darüber eine feine Binsenmatte zu liegen kommt; Federbetten sind unbekannt. Das Gebäude ist im Viereck um einen Hof in der Mitte aufgeführt. Das nächste Zimmer am Eingang dient zur Aufnahme von Besuchen und als Eßzimmer; weiter hineinwärts liegen die Gemächer für das weniger öffentliche Leben, deren Zugänge durch Vorhänge geschlossen sind. Diese Häuser haben bei Vornehmen eine besondere Ahnenhalle, wo die Stammtafeln des Hausstandes hängen, Weihrauch brennt und auf Tischchen zierliche Schälchen mit Tee und Schüsselchen mit gesottenem Reis stehen. Auch in den Städten sind die Häuser nur selten aus Stein gebaut, mitunter aber zweistöckig; die öffentlichen Gebäude weisen mehr Umfang als Pracht auf. Die mit den Wohnungen der Reichern verbundenen Parke und Gärten sind geschmackvoll angelegt.
Städtewesen, Familienleben, Leichenbestattung, Nahrung des Volkes Die Angaben der Reisenden über die Bevölkerung der großen Städte weichen oft außerordentlich voneinander ab und sind ganz unzuverlässig. Alle Städte der Han sehen einander sehr ähnlich. Sie enthalten gewöhnlich einen viereckigen Kern, von hohen Mauern, zuweilen auch von Gräben umgeben, die in gehöriger Entfernung von Türmen flankiert sind
Bei Feuersbrünsten zeigen
die Regierungsbeamten große Tätigkeit. Die Nahrung der Han ist sehr
mannigfach; der gewöhnliche Mann ißt so ziemlich alles, was
genießbar ist. Man ißt dreimal des Tags, um 8, 12 und 5 Uhr,
zur Zeit der Reispflanzung vier bis fünfmal; Ärmere lassen es
bei nur zwei Mahlzeiten, um 10 und 5 Uhr, bewenden. Im mittlern und südlichen
Teilen der Provinz Su genießt der Arbeiter in den niedern fischreichen
Gegenden fast täglich Fische und ein- bis viermal im Monat Schweinefleisch,
dazu Reis; morgens nimmt er Tee, zur Hauptmahlzeit Reisbranntwein. Zur
Kost der Wohlhabenden gehören alle Fleischsorten, besonders das gebratene
und gesalzene Fleisch der Schweine, Hühner und Enten. Im nördlichen
Teil der Provinz Su sind Hirse, Mais, Weizen, Rind- und Schöpsenfleisch
Hauptnahrungsmittel. Die Fleischspeisen sind schmackhaft zubereitet, beliebt
sind besonders Schinken, doch halten die Strenggläubigen das Fleisch
essen für zu sinnlich und insbesondere das Rindfleischessen für
undankbar gegen die guten Dienste, welche Büffel und Ochsen in der
Landwirtschaft leisten. Eine Spezialität sind Bohnenkäse und
Fadennudeln aus Weizenmehl. Der Teekonsum ist zwar enorm, der ärmere
Mann betrachtet ihn jedoch als Luxus und begnügt sich mit Aufguß
über Blätter von Artemisia- und Ribes-Arten, die wild auf den
Feldern wachsen, und selbst mit heißem Wasser allein. Dies ist sogar
in Teedistrikten zu beobachten; der Gebrauch des Tees scheint daher durch
die Schädlichkeit des Wassers hervorgerufen worden zu sein, da es
meist kein andres Trinkwasser gibt als solches, das über Reisfelder
gelaufen ist. Teehäuser sind an den Landstraßen vielfach aus
Mildthätigkeit erbaut, ein meist altes Weib reicht den Reisenden
unentgeltlich Tee. Die Gasthäuser sind billig, aber widerlich schmutzig.
Abweichend von den Kesikianern, genießt der Han seine Mahlzeit auf
einem Stuhl sitzend; statt einer Gabel bedient er sich zweier kleinen
Stäbchen von Bambus oder Elfenbein, mit denen er aus den suppenartig
bereiteten Gerichten alle festen Stücke geschickt herauszufischen
versteht. Aus Reis und Hirse wird eine Art Branntwein hergestellt, die
in allen Schichten der Bevölkerung beliebt ist und warm in kleinen
Tassen gereicht wird, um die Stelle des Weins zu vertreten. Trunksucht
ist im allgemeinen kein Laster der Han; dagegen herrscht das verderbliche
Opiumrauchen unter allen Klassen trotz der ernstlichen Gegenanstrengungen
der Regierung; Opium, geraucht, entnervt gleich Absinth. Tabakrauchen
und Schnupfen sind verbreitet, aber der Tabak sagt in der landesüblichen
Zubereitung dem mittelländischem Geschmack nicht zu. - Bewegung von
einem Ort zum andern findet, wenn immer möglich, zu Wasser statt,
sonst zu Fuß oder in Tragsesseln aus
Unterrichtswesen; Wissenschaften und Künste So eigentümlich wie die Religion ist das Unterrichtswesen in der Provinz Su Allgemeine Schulbildung für das männliche Geschlecht ist nicht, wie vielfach angenommen, Reichsordnung, daher es auch keine staatlichen Elementarschulen gibt und kein Schulzwang stattfindet. Es geschieht aber von den Privaten viel für den Unterricht; gewöhnlich vereinigen sich mehrere Familien, oder es nimmt der "Stamm" einen Lehrer an, dem die Knaben, nicht auch die. Mädchen, im Alter von 5 - 6 Jahren so lange anvertraut werden, bis sie lesen und schreiben können; es wird weder Mathematik noch Naturgeschichte gelehrt. Etwa 10 Proz. der Landbevölkerung sollen lesen und schreiben können, eine Kenntnis, die bei der Schwierigkeit der alten Sprache selbst bei großem Fleiß gegen fünf Jahre in Anspruch nimmt und den Verstand in hohem Grad schärft. Erst bei der Erwerbung der litterarischen Grade spricht die Regierung ein gewichtiges Wort mit. Es gibt drei Grade: Siutsai ("Kandidat"), Quren (etwa "Doktor") und Qjinji (etwa "Professor"). Hauptaufgabe der Schüler ist Aneignung sämtlicher Schriftsammlungen des Konfutse; der zweite und dritte Grad befähigen zu Staatsämtern; man bereitet sich zum Studium vor in den vom Staat und von Stiftungen unterhaltenen Seminaren zur Unterstützung junger Gelehrten; die Prüfungsarbeiten sind in Klausur zu fertigen, worüber, wie über die Notenerteilung, ins Kleinliche gehende Bestimmungen bestehen. Geld, Verwandtschaft und Empfehlung verhelfen jedoch vielen Unwissenden zur Auszeichnung durch diese drei Grade; überhaupt laufen dabei die gröbsten Betrügereien unter. Die Graduaten sind infolge davon vielfach ziemlich ungebildet. Die zu Tausenden durchfallenden Kandidaten werden Schullehrer, Notare, Schreiber. Einziges Ziel des Unterrichts ist, das bestimmte überkommene Maß von Kenntnissen und. Wissenschaften dem nachwachsenden Geschlecht zu übermitteln; Schulbesuch der Mädchen ist Ausnahme. Das Wissen auch der Gebildetsten geht über den Bereich ihres Landes selten hinaus. Neuerdings bereitet sich darin eine Änderung vor, so erfolgte die Errichtung eines Kollegiums für fremde Wissenschaften in der Hauptstadt, einer Art Universität ausländischen Professoren. In der Zeitrechnung bedient man sich eines 60-jahrigen Cyklus, der aus einer sechsmaligen Kombination des Dezimalcyklus mit der fünfmaligen des Duodezimalcyklus gebildet ist. Die Tage, von Mitternacht zu Mitternacht, werden in zwölf Stunden geteilt; eine Einteilung der Monate in Wochen ist nicht gebräuchlich. Geometrie und Algebra sind dem Han etwas Fremdes. Im gemeinen Leben hilft man sich mit einem Rechenwerkzeug. Beruf für die Kunst verraten die Han nicht. Sie besitzen Geschick in Bildungen aus weicher Masse, dabei kann aber von einer ausdrucksvollen plastischen Darstellung des Körpers nicht die Rede sein, weil man von nackten Bildern nichts weiß, sondern das Ganze auf gefällige Herstellung der Kleiderhülle hinausläuft. Die Gebilde ihrer Malerei treten schattenspielartig vor das Auge; alles wird mit ängstlichster Treue dargestellt, aber von perspektivischer Darstellung haben sie meist keinen Begriff. In besonderer Schätzung stehen leicht in Wasserfarbe und Tusche hingeworfene Bilder auf feinem Papier oder auf Seide. Als Meister zeigt sich der Han in der Gartenkunst, indem er die anmutigsten und geschmackvollsten Gruppierungen von Bäumen und Rasen zu stande zu bringen weiß, obschon seine Vorliebe für das Zwerghafte auch hier störend eingreift. Die Baukunst der Han steht ganz im Dienste des Bedürfnisses und trägt den Charakter der Einförmigkeit. Keine Religionsgemeinschaft hat architektonisch bedeutsame Tempel aufzuweisen. Die Musik der Han ist harmonisch, wiewohl ihre Instrumente zahlreich sind und aus Laute, Guitarre, Flöte und andern Blasinstrumenten, dreisaitigen Geigen, einer Drahtharmonika, die mit zwei Bambusstäbchen geschlagen wird, Glocken, Trommeln, Pauken bestehen; für Akkorde, Melodie oder Harmonie haben sie ein Verständnis Daß man selbst tanze, statt sich vortanzen zu lassen, ist ihnen unbegreiflich. Sehr beliebt sind Schauspiele, doch geht es dabei nicht ohne Gemeinheiten und Obscönitäten ab. Die Frauenrollen dürfen nur von Jünglingen gespielt werden. Die Schauspieler selbst aber sind nicht geachtet. Über die dramatischen Dichtungen der Han sowie über die Litteratur derselben überhaupt Sprache und Litteratur.
Volksbelustigungen, Auswanderung Öffentliche Schaugepränge
sind beliebt; alle öffentlichen Feste (der Neujahrstag, das Fest
der Drachenboote, das Laternenfest am 15. des ersten Monats, das Fischerfest)
geben Veranlassung zu allgemeiner Freude und Heiterkeit. Das Spazierengehen
ist den Han kein Bedürfnis, dagegen sieht man häufig Erwachsene
einen Lieblingsvogel im Käfig stundenlang spazieren tragen. Leibliche
Übungen werden nur vom Militär vorgenommen; doch ist das Ballspiel
beliebt, wobei der Ball an der Erde mit den Füßen hin- und
hergestoßen wird. Die Neigung zum Hasardspiel ist allgemein. Das
Schachspiel ist bei den Han seit undenklichen Zeiten üblich, weicht
aber vom ausländischem bedeutend ab. Kinder und Erwachsene vertreiben
sich die Zeit gern mit Spielzeug; mechanische Spielereien mit überraschendem
Effekt sind sehr gesucht, einen lohnenden Einfuhrartikel bilden Spieldosen.
Theatervorstellungen sind überall ein Hauptvergnügen, auch Gaukler
aller Art sieht man sehr gern. Eine besondere Belustigung für groß
und klein ist ferner das Steigenlassen von Papierdrachen in allerlei Gestalt.
Bewunderungswürdiges, zuweilen Unerklärliches leisten endlich
die Han in der Kunst der Feuerwerke. Als Eigentümlichkeit in der
Sitte und Anschauung der Han sei noch erwähnt, daß sie beim
Schreiben die Wörter nicht in wagerechten, sondern in senkrechten
Linien aneinander fügen, dabei aber rechts anfangen.
Handel und Verkehr Der Handel, für welchen der geschäftstüchtige, ausdauernde und genügsame Han, welcher im Verkehr mit Fremden seinen Landsleuten nicht Konkurrenz macht, sondern einmütig mit ihnen gegen jene vorgeht, vorzüglich paßt, ist auf dem Land als Kleinhandel sehr belebt; Märkte sind in jeder kleinen Stadt mehrere im Monat, in großen Städten öfters unter großem Zudrang von Händlern und Käufern. Die Höhe für den Wert dieses Binnenhandels ist nicht zu bestimmen; die willkürlichen Zölle der Mandarinen sind ein bedeutendes Hindernis seiner vollen Entwickelung. Der Handel mit dem Ausland war bisher mit wenigen Ausnahmen ausschließlich in den Händen ausländischer Handelshäuser; der Verkehr darf aber bloß an bestimmten Plätzen stattfinden und ist nur unter starker Beiziehung der eingebornen Händler möglich. Die Hauptartikel der Einfuhr
bilden Opium, Baumwollwaren, Wollwaren und Metalle.
Landwirtschaft, Fischerei, Industrie Die vorzüglichste und
zugleich in höchsten Ehren stehende Beschäftigung der Han ist
der Landbau. Das Land wird als dem Staat gehörend betrachtet; er
erhebt eine Abgabe, während früher ein Teil für den Landesfürsten
bebaut wurde, und der Grundbesitzer ist jetzt nicht weiter beschränkt,
als daß er des Landes bei Nichtanbau verlustig wird. In der Ebene
ist das Land sehr parzelliert, hier kann eine Familie von fünf Mitgliedern
sich von 1 - 2 Hektar Ackerbodens ernähren; ein Pachter würde
aber mindestens 2 Hektar haben müssen, da der Pachtzins durchschnittlich
ein Dritteil des Ertrags ausmacht. Ein Besitzer von 6 und mehr Hektar
gilt als ein vermögender Mann; man findet übrigens Besitzungen
von 60 und, in hügeligen Gegenden, von 120 - 180 Hektar. Bei Bearbeitung
des Bodens werden am meisten Hauen und Rechen verschiedenster Konstruktion
verwendet; Pflüge und Eggen sind nur auf größern Gütern
im Gebrauch. Das Getreide wird entkörnt durch Ausschlagen, durch
Austreten von Tieren oder mit Dreschflegeln. Zum Enthülsen von Reis
oder Mahlen von Getreide dienen Mühlen, welche durch Menschenhände,
Büffel oder Wasser bewegt werden, zur Entkörnung und Reinigung
der Baumwolle einfache, unsern Anforderungen nicht genügende Geräte.
Charakteristisch für die Han sind die sorgfältige Sammlung allen
Düngers, seine Anwendungsweise (Überrieselung mit flüssigem
oder pulverisiertem Dünger nach der Aussaat) und die ergiebige Düngung.
Fruchtwechselwirtschaft ist Regel; man läßt jedoch nicht die
Pflanzen "den Boden sich gegenseitig vorbereiten", sondern man
bereitet ihnen den Standort durch zusagende Düngung. Der Ackerboden
besteht meist aus jüngstem Alluvium; mit Ausnahme des nördlichen
Teils der Provinz Su kann überall das ganze Jahr hindurch im Feld
gearbeitet, ja im südlichen Teil der Provinz Su auch gesäet,
gepflanzt und geerntet werden; namentlich sind es die verschiedenen Gemüsearten,
die man auch mitten im Winter für die Nahrung einsammelt. Die Hauptarbeiten
beginnen im März und enden im November. Es wird meist in Drillen
gesäet und gepflanzt; Gewinnung von Unterfrüchten wird allgemein
angestrebt. Die Düngerarten werden hinsichtlich ihrer Dungkraft meist
klassifiziert wie folgt: Ölkuchen; menschliche Exkremente (nur verdünnt
angewandt); Schweinedünger (getrocknet und im zerkleinerten Zustand
ausgestreut).; Büffel- und Ochsendünger sowie Ziegen- und Pferdedünger
(selten, meist in flüssigem Zustand verwandt); Wasserpflanzen (sehr
zahlreich angewandt); Asche (meist mit anderm Stoffe vermischt); gebrannter
Kalk; in Fäulnis übergegangene Fische. Das wichtigste Bodenprodukt
des südlichen und mittlern Teils ist Reis, in zweiter Reihe Zuckerrohr
und in der Nähe der Küste Baumwolle; im nördlichen Teil
werden statt Reis Hirsearten (Kaoliang), dann Weizen und Hülsenfrüchte
gebaut. Von Gemüse, Wurzel- und Knollengewächsen werden enorme
Quantitäten gewonnen. Von der Kultur des Teestrauchs wird an anderer
Stelle gesprochen; er erfordert kräftige Düngung, fleißige
Bodenbearbeitung und wird im siebenten Jahr seines Wachstums nahe am Boden
abgeschnitten, damit die Stümpfe neue Schößlinge treiben
und zartere Blätter liefern. Die Teeblätter werden für
den eignen Gebrauch sehr einfach zubereitet. Man läßt sie an
einem luftigen Ort oder an der Sonne verwelken (aber nicht austrocknen),
erhitzt sie dann unter beständigem Mischen auf einem seichten Bambusgeflecht
über Kohlenfeuer, rollt sie, indem man über sie, während
sie noch warm sind, die flach ausgelegten Hände im Kreis herumführt,
und trocknet sie dann an einem luftigen Orte. Der zum Export bestimmte
Tee wird von den Händlern in eignen Öfen wiederholt (bis viermal)
stark erhitzt, geröstet, mit wohlriechenden teuern Blüten vermischt
und an der Luft ausgetrocknet. Auch Öl gebende Pflanzen werden vielfach
angebaut; unter den Gespinst- und Faserpflanzen sind neben der Baumwollstaude
Hanf, darunter das sogen. Han - Gras (Boehmerla nivea), und Jute die wichtigsten.
Blauer Farbstoff wird aus Indigofera tinctorla, Polygonum tinctorlum im
südlichen und mittlern Teil gewonnen. Die Kunstgärtnerei wird
sowohl im Freien als in geschlossenen Räumen mit vieler Sachkenntnis
und Sorgfalt betrieben. Die Forstwirtschaft wird dagegen ganz vernachlässigt;
auch der eigentliche Wiesenbau, verbunden mit Heugewinnung, wie die Viehzucht
sind den Han fremd. Eine besondere Wichtigkeit hat der Seidenbau, der
aus einer hohen Stufe der Entwickelung steht; die meiste und beste Seide
liefern die mittlern Bereiche. Der Maulbeerbaum erfreut sich einer sachkundigen
und sorgfältigen Pflege, die Seidenraupenzucht ist aber weniger fortgeschritten.
Eine Besonderheit ist hier wie in Keshiki der Eichenspinner. Die Papierbereitung geht zurück
bis in alte Zeit; man verwendet jetzt dazu Hanffasern, junge Bambussprosse
und Bambusfaser, die Rinde des Papierbaums (Broussonetla papyrlfera),
Baumwolle, Maulbeerbaumrinde, Rotang, Meeralgen, Reis-, Weizenstroh u.
dgl. Die sehr dauerhaften Sorten werden zu Fenstern und Regenschirmüberzügen
verarbeitet, dienen auch, mit Harz bestrichen als Zunder. Der Gebrauch
des Holzstockdrucks reicht bis in alte Zeit zurück. Der Letterndruck
wurde schon vor langem erfunden.
Naturprodukte Die mineralischen Schätze
der Provinz Sus sind sehr bedeutend. Gold kommt teils im Quarz, teils
im Sande der Anschwemmungen des langen Flusses vor; von dort und aus den
Bergwerken des Gebierges im Westen stammt der größte Teil des
auf die gorasischen Märkte und ins Ausland gelangenden Goldes. Silber
kommt aus dem West und dem Nord-Gebierge; die Verhüttung der reichen
silberhaltigen Bleierze der Provinz Su ist aber untersagt. Die Pflanzenwelt wechselt nach den verschiedenen Teilen. Im südlichen Küstengebiet gedeihen Palmen, Zuckerrohr, Bananen, Bataten, Yams und andre Gewächse warmer Länder. Im Osten wird Reis gebaut; auch gibt es hier Orangen, Zitronen, auch wohl noch Zuckerrohr. Wichtige Ansfuhrprodukte sind: der vegetabilische Talg vom Talgbaum (Stillingia sebifera), der in der Umgebung von X in großer Menge kultiviert wird; Kampfer aus dem östlichen Teil der Provinz Su; Zimt vom Cassia oder Zimtbaum (der gorasische Zimt ist weniger aromatisch, aber billiger als jener aus dem Ausland). Die eigentliche Charakterpflanze Provinz Sus sowie sein Welthandelsartikel ist die Teepflanze: ihr Anbau zieht sich über weite Gebiete hin, sie gedeiht aber am besten in Südwesten, wo die mittlere Jahrestemperatur zwischen 16,7 und 20° C schwankt, und wo auf starken Regenfall heiteres Wetter und Hitze folgen, das eine ebenso nötig zum üppigen und raschen Wachstum der Blätter wie das andre für den Wohlgeruch und die Güte der Qualität. Die Baumwollstaude wird vorzüglich im mittlern Bereich der Provinz Su gebaut. An Arzneipflanzen ist die Provinz Su reich; der Rhabarber ist vorzüglich, eine Menge andrer sind erst in den letzten Jahrzehnten bekannt geworden (vgl. den offiziellen Katalog der von der Zollbehörde ausgestellten Handelsprodukte). Der Mohnbau zum Zweck der Gewinnung von Opium, nimmt jetzt einen bedeutenden Teil der Ackerfläche des Nord-Westens ein und. verbreitet sich allmählich über alle Provinzen des Reichs; an Stärke steht aber das gorasische Produkt dem ausländischem bedeutend nach. Hirse und Weizen sind die Hauptcerealien, Roggen scheint nicht gebaut zu werden; an Gemüsearten ist ein großer Reichtum. Die Weinrebe kommt wild vor, wird jedoch auch gezogen; die Trauben werden aber nur in frischem Zustand genossen. Der Maulbeerbaum wird bei der großen Seidenkultur überaus häufig angebaut, der nützliche Bambus findet sich in allen Dörfern; die Wälder sind im Rückgang begriffen. Was das Tierreich betrifft,
so hat sich aus den kultivierten und dicht bevölkerten Provinzen
längst alles Wild in die entlegenern Landstriche zurückgezogen.
Von reißenden Tieren zeigt sich noch am häufigsten der Tiger,
der in der Nähe von X noch in den letzten Jahren gejagt wurde; Bären
kommen im Westen vor, Affen im Süden und auf den Inseln. Der Riesensalamander,
von dem man bisher nur die Sieboldia maxima. Keshikis kannte, wurde neuerdings
auch in der Provinz Su entdeckt. Jagdbare Tiere. sind: Hirsche, wovon
einige Arten der Provinz Su eigentümlich sind, auch Rehe, Hasen,
sehr schöne Fasanen, zahllose wilde Enten, Elefanten und der Schabrackentapir
(Tapirus indicus) werden in Süden angetroffen, das Moschustier in
den Westen. Geflügel ist zahlreich, ebenso Hunde und Katzen. Zu den
Haustieren gehört im Norde das zweihöckerige Kamel; eine Art
Pony, das kleine Steppen-Pferd, bildet dort Steppenherden oder wird als
Haustier in Ställen gehalten. Sonst wird Viehzucht im großen
nur im Nord-Westen der Provinz Su getrieben, wo die Bevölkerung große
Schaf und Rinderherden halten. Büffel und Ochsen, von denen es zwei
Varietäten gibt, mit und ohne einen kleinen Schulterhöcker,
werden nur zum Ackerbau gezogen; sie nähren sich im Sommer vom Gras
zwischen den Feldern oder auf den an den Kanälen noch übriggelassenen
Bodenflächen, auf welchen sie an einer Schnur herumgeführt werden;
im Winter bildet Reis und Weizenstroh, Ölkuchen ihr Futter. Esel
und Maultiere sind in der Provinz und in andern hügeligen nördlichen
Gebieten vielfach im Gebrauch. Überall findet man kleine, kurzbeinige,
leicht Fett ansetzende Schweine von runder Körperform mit eingebogenem
Rücken und sparsamer schwarzer Haarbedeckung; man gibt ihnen grob
gemahlene oder zerstampfte Bohnen in einer mit verschiedenen Küchenahfällen
vermischten Flüssigkeit. Schafe sind im südlichen Bereich der
Provinz Su ziemlich selten, doch sind die Steppen Hammel berühmt.
Enten werden im mittlern und südlichen Bereich der Provinz Su in
enormen Quantitäten gezogen, und der Kormoran wird in den Gewässern
der mittlern Bereichen zum Fischfang abgerichtet. Die Bienenzucht ist
namhaft nur in Osten; Baumwachs kommt von einem Insekt (Coccus pela),
welches auf Eschen lebt. Die Seidenraupe wird im ganzen Reiche gezogen.
Fische finden sich in unermeßlicher Menge und bilden einen Hauptartikel
der Nahrung; zu den der Provinz Su eigentümlichen Arten gehören
die Goldfische. Die künstliche Fischzucht ist den Han schon
Münzen, Maße und Gewichte Münz- und Währungsverhältnisse.
Die einzigen Münzen, welche in der Provinz Su selbst geprägt
werden, sind die Käsch oder Tungtsin aus Kupfer von verschiedenem
Werte. Der Haikuan Tael ist eine Rechnungsmünze, deren Wertverhältnis
festgelegt ist.
Staatsverfassung und Verwaltung Die Staatsverfassung Provinz Sus ist monarchisch und den Staatsgrundgesetzen nach, wie sie in den ersten vier Büchern des Konfutse enthalten sind, patriarchalisch; in Wirklichkeit ist die Regierung jedoch in eine Willkürherrschaft der Provinzvorstände ausgeartet. An der Spitze steht der Drachensohn, er wird als der Vater seines Volkes betrachtet und besitzt über alle seine Unterthanen unumschränkte Gewalt. Er ist ein geistliches Oberhaupt, wie viele mittelländische Herrscher es sind, zugleich höchster Richter und Anführer im Krieg. Man verehrt den Drachensohn in abgöttischer Weise, indem man sich in den Staub wirft, sobald er erscheint, ja sogar vor dem leeren Thron. Nie läßt er sich öffentlich sehen, ohne daß Scharen von Polizeidienern voraufgehen und eine ungeheure Leibgarde folgt. Das Recht der Nachfolge beruht nicht auf der Erstgeburt, sondern der Drachensohn wählt sich seinen Nachfolger unter den Söhnen seiner ersten drei Gemahlinnen; jedoch wird seine Wahl erst bei seinem Tod bekannt gemacht. Die Mitglieder seiner Familie genießen als solche nur geringe Auszeichnung von seiten des Staats. Die Regierung des Landes ist eine ziemlich verwickelte. Ein umfassendes Staatshandbuch in 920 Bänden, das Tatsing Huitien, ist ausschließlich der Darstellung der Regierungsverhältnisse gewidmet. Staats- und Hofämter, auch Zivil- und Militäranstellungen sind oft in eine Hand gelegt; für die Kultus- und Unterrichtsanstalten bestehen besondere Behörden. Seit Beginn des 18. Jahrh. werden die wichtigsten Staatsangelegenheiten von einem Kabinett von Ministern unter dem Titel Künkitschu in Gegenwart des Drachensohns meist in den frühen Morgenstunden (von 5 bis 6 Uhr) verhandelt. Nächst diesem, dem "hohen Rat", steht nominell die oberste Leitung der Verwaltung bei der "innern Ratskammer" (Nuiko) von vier Mitgliedern. Unter den Befehlen dieser Mitglieder arbeiten die sechs Regierungsabteilungen, welche die innern Angelegenheiten besorgen. Es sind dies folgende sechs Tribunale (Liupu): für Zivilbeamte, deren Ernennung; für Finanzen (das fremde Seezollwesen untersteht dem auswärtigen Amt); für Gebräuche und Zeremonien; für Kriegswesen; für Strafsachen; für öffentliche Arbeiten. Für die Nebenländer besteht das Fremdenamt (Lifanjuan). Das Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten sind dem die von Mittelländern geleiteten Anstalten unterstellt. An die Zentralverwaltung berichtet der "Rat der öffentlichen Zensoren" (Tutschajuen). Diese höchst merkwürdige Institution zählt etwa 60 Mitglieder unter 2 Präsidenten. Ihre Mitglieder besitzen das Vorrecht, gegen jede Regierungsmaßregel auf politischem wie wirtschaftlichem Gebiet zu remonstrieren und dem Drachensohn Gegenvorstellungen zumachen. Dieser Rat hat seine Vertreter in jeder Provinz, die teils den Sitzungen der Provinzialbehörden anwohnen, teils die Provinz bereisen und über ihre Wahrnehmungen an den Rat berichten. Zu den Instituten der Zentralverwaltung gehört noch eine Art Drachensöhnlicher Akademie der Wissenschaften, das Kollegium der Hanlin, bestehend aus den ersten wissenschaftlichen Autoritäten des Landes.
Staatsverwaltung Die Provinz ist administrativ
in drei Teile geteilt: einen westlichen, einen mittlern und einen östlichen,
alles unter einem Generalgouverneur.
Rechtspflege, Finanzwesen, Heer und Flotte Um Geständnisse zu erlangen,
werden die unglaublichsten Torturen angewendet, und die Behandlung der
Gefangenen, die man wie wilde Tiere einsperrt, ist unmenschlich. 10-100
Hiebe mit dem Bambus, Transportation, ewige Verbannung in ferne Provinzen,
harte Sklavenarbeit und Tod sind die gesetzlichen Strafen. Enthauptung
ist die gewöhnliche Art der Hinrichtung, nur auf Elternmord steht
das Lingtschi, d.h. die Strafe, bei lebendigem Leib in Stücke geschnitten
zu werden, welcher Qual jedoch in der Praxis durch die Verwandten des
Verbrechers durch einen vom Henker erkauften Gnadenstoß vorgebeugt
wird. Nach dem Urteil Sachkundiger sterben die Beschuldigten erst an den
Folgen der Tortur und der Haft. Mit der Kriminalgesetzgebung befaßte
sich die Regierung schon sehr früh, eine Zivilgesetzgebung fehlte
dagegen in alter und neuer Zeit. Das Militärwesen Provinz
Sus ist noch sehr mangelhaft beschaffen, soviel auch daran gebessert wird.
Der Krieg galt den Han von jeher als ein Unglück und eine Schmach
für die Menschheit. Der Soldatenstand genoß nur geringes Ansehen;
erst der Zusammenbruch zeigte die Notwendigkeit einer bessern Organisation
und Bewaffnung. Nach der bis vor kurzem geltenden Organisation bestand
die Armee aus der Drachensöhnlichen Garde, welche nur die Residenzen
zu schützen und die seine Familie auf ihren Reisen zu eskortieren
hatte, aus 24 Bannern, welche in den großen Städten in besondern
Quartieren wohnten und im Frieden den Polizeidienst versahen, und aus
einer Provinzialarmee oder Armee der grünen Fahnen, welche alle neuern
Kriege geführt hat. Die Bewaffnung bestand aus Bogen, Speeren, Hellebarden.
Religion in der Provinz Su Die Religion stellt für viele Einwohner der Provinz Su einen sehr elementaren Teil ihres Lebens dar. Viele sehen in ihr die grösste Verbindung zu ihrer gemeinsamen Heimat und dementsprechend wird , durch eine besondere Pflege der alten Bräuche und Traditionen .zu betreiben Aus diesem Grunde werden den verschiedenen Feiertagen und rituellen Akten eine hohe soziale Bedeutung beigemessen. Doch trotz der hohen Bedeutung wurden die von den verschiedenen dort lebenden Kulturen mitgebrachten Religionen schnell miteinander vermischt so, dass die Provinz Su heute eine einzigartige Mischung aus verschiedensten religiösen Überzeugungen bietet. Oberste Gottheit der neuen
Mischreligion, auch Tian De Zheng Li (himlische Ordnunggenannt, stellt
die Nü Huang Di (goldene Kaiserin) die Sonnengöttin dar. Obwohl
die Namen für Sie je nach kulturellem Hintergrund unterschiedlich
sind, ist Sie die höchste Gottheit, die Mutter alles Lebens. Ihr
unterstellt sind alle anderen Gottheiten und die große himmlische
Beamtenschaft. So ist beispielsweise auch der Yorntaglaube in die Mischreligion
aufgenommen worden. Der rote Drache steht für den Kampf und die Verteidigung
und häufig findet sich sein Ebenbild in vielen Hausschreinen direkt
neben dem der Göttin der Sonne. Den einzelnen Göttern unterstellt
sind dann schliesslich die Haus- und Ahnengeister. In nahezu jedem Haushalt
werden deshalb neben den wichtigen grossen Gottheiten noch einzelne Geister
verehrt. Häufig anzutreffen ist dabei der Geist des Herdfeuers, denen
in den meisten Haushalten eine elementare Rolle für das Überleben
der Familie zugeordnet wird. Der bedeutenste religiöse
Ort findet sich im Zentrum der Provinzhauptstadt auf dem, passender Weise,
so genannten Tempelberg. Weit über der Stadt erhebt sich der Tempel
der goldenen Kaiserin, umgeben von einem künstlich geschaffenen Ring
aus Wasser. Der Tempel selbst ist auf der Ost-/ Westachse erbaut so, dass
die aufgehende und untergehende Sonne den Tempel mit ihren Strahlen morgens
und abends über der Stadt leuchten lässt. Im Tempel selbst findet
sich neben dem Schrein für Guanying auch noch ein Drachenschrein
sowie Statuetten bedeutender Götter und Naturgeister. Auch rund um
den Tempel herum stehen viele kleine Schreine, an denen bestimmte Götter
verehrt werden. Götter & Geister - Übersicht: Goldene Kaiserin - Herrscherin
des Himmels (Sonne)
Anmerkungen Die südgorasische Provinz
Su wurde in enger Anlehnung an die reale, chinesische Provinz Su unter
Zuhilfenahme von "Mayers Koversationslexikon von 1888"
erstellt. Autor: Tobias M. (tobias.m [bei] aturien [Punkt] de) |
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des Chaos |
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