|
Der
Orden des heiligen Robertus
Res Publica Draconia
(PDF-Version hier)

Vergangenes und
heutiges - Historie des Ordens
Als junger Mann studierte der damals noch nicht heilig gesprochene Robertus,
in der Zeit um 600 vor Ende der Sühne, die Lehren der Brüder
Tian und Yue Long. Seine Novizenschaft verbrachte er zu großen Teilen
in Kloster Hornberg, gelegen im Mardinger Hochland im nördlichen
Casturia.
Schon in dieser Zeit machte er sich mit den revolutionären Folgerungen
die er zu seinen Überzeugungen machte - und verbreitete - viele Feinde
unter den Mächtigen und den Konservativen der Glaubensgemeinschaft
des Drachen. Robertus war schnell ein von der Obrigkeit der Glaubensgemeinschaft
nicht gerne gesehener Revolutionär.
Wie er es dennoch schaffte in den Priesterstand - ja später sogar
in den Rang eines Hohepriesters aufzusteigen, ist nicht nur mit der Popularität
seiner Thesen die ihm großen Rückhalt in der Bevölkerung
Casturias und Clanthos gaben, zu begründen. Sicherlich hat aber auch
die Tatsache eine bedeutende Rolle gespielt, dass seine Vorschläge
für Ergänzungen und Änderungen in den Statuten der Drachenpriesterschaft
(gerade was die unentgeltliche Pflege von Kranken angeht) an die Öffentlichkeit
getragen wurde.
Die genauen Umstände liegen zwar im Dunkeln, aber sowohl die Historiker
der Glaubensgemeinschaft des Drachen als auch die heutigen Robertiner
sind immer auf der Suche nach den Geheimnissen der Vergangenheit, so auch
nach den genauen Umständen von Robertus Aufstieg. Doch auch die kirchlichen
Historiker haben unter dem Umstand zu leiden, dass der Drachensohn von
Tian Bao aus so unsagbar viele historische Dokumente vernichten ließ.
So bleiben größere Erfolge selbst den Vereinten Kräften
der Glaubensgemeinschaft des Drachens und denen des Ordens traurigerweise
meist vergönnt.
Diese Art der freundschaftlichen Zusammenarbeit beider Glaubensgemeinschaften
war jedoch nicht immer möglich, ja bis vor knapp 200 Jahren waren
beide sogar erbitterte Feinde. Die endlosen Auseinandersetzungen der beiden
Gruppierungen gipfelten in den Glaubenskriegen von 302 vor Ende der Sühne.
Glücklicherweise fanden beide Parteien dann doch noch am Verhandlungstisch
zusammen und sprachen sich gegenseitig ein Existenzrecht zu.
Jahre des Blutes
- Der Bruderkrieg
Die gegenseitige Beziehung der beiden Glaubensgemeinschaften, die sich
doch eigentlich so nahe sind, war von jeher denkbar schlecht.
Die Tatsache, dass der Orden im Moment seiner Gründung ein stehendes
Heer aufstellte, führte alsbald dazu, dass sich die Glaubensgemeinschaft
der Sonne und des Mondes bedroht fühlten. Lag es für sie doch
auf der Hand, dass Robertus einziges Ziel mit diesen Streitkräften
doch nur in der Vernichtung der Drachenpriester liegen konnte. Er wollte
in die Hand beißen, die ihn so lange gefüttert hatte.
Diese Provokation konnte man
nicht unbeantwortet lassen, und so demonstrierte man auf Seiten der Glaubensgemeinschaft
der Sonnen und des Mondes Stärke. Dies Wiederum wurde auf Seiten
der Robertiner natürlich als Bestätigung ihrer Befürchtungen
angesehen:
Die Glaubensgemeinschaft wollte sie nicht gehen lassen und rüstete
zum großen Schlag gegen sie.
Diese Missverständnisse
setzten sich über lange Jahre hinweg fort und führten letztendlich
zu den Glaubenskriegen von 302 vor Ende der Sühne. Während dieser
vier Jahre anhaltenden Auseinandersetzung kam es häufig zu offenen
Kampfhandlungen zwischen den Vertretern der Gemeinschaften. Aber noch
viel häufiger kam es zu Attentaten, Duellen und Scharmützeln
kleiner Verbände.
Die Kämpfe wurden mit unerbittlicher Verbissenheit geführt und
resultierten beinahe in der völligen Vernichtung beider, doch so
ähnlicher, Glaubensrichtungen!
Nach den blutigen Jahren aus denen keine der beiden Parteien als Sieger
hervorging, sprach man sich beim Frieden von Kyr Kanor gegenseitig ein
Existenzrecht zu.
Versöhnliches
- Annäherung der Kirchen
Der wirkliche Annäherungsprozess der zur heutigen, engen Zusammenarbeit
und der gegenseitigen Hochachtung der beiden Parteien führte begann
aber erst knapp 80 Jahre später.
Heute haben sich die beiden Glaubensrichtungen einander wieder so stark
angenähert, dass fast nur noch eine organisatorische Trennung besteht.
Selbst der wichtige Punkt ihres einstigen Zerwürfnisses - der robertinische
Monotheismus - wird von den ursprünglichen Drachenpriestern nur noch
als unwichtige Nebensache angesehen.
Die Zusammenarbeit beider Glaubensgemeinschaften geht soweit, dass gemeinsame
Unternehmungen wie beispielsweise die Jagd nach Dämonen, die Weiterleitung
von Informationen aus dem und in das Einflussgebiet des Drachensohnes,
und ebenso die Ausschleusung von Flüchtlingen aus dem Machtbereich
Tian Baos als völlig normal angesehen werden.
Mittlerweile stehen sich die beiden Glaubensgemeinschaften so nahe, wie
sich zwei Glaubensgemeinschaften nur stehen können. So kommt es,
dass die Bezeichnung Robertiner im allgemeinen Sprachgebrauch fast nicht
mehr zu finden ist. Drachenpriester sind in den Augen der Bevölkerung
sowohl die Einen als auch die Anderen.
Gewachsen und gediehen
- Größe und Zusammensetzung
Im Jahre 6 nach der Zeit der Sühne besteht der Orden aus ungefähr
2000 Klerikern, 3000 Ordenskriegern und 6000 weltlichen Dienern.
Zusammengenommen ergibt sich daraus eine Zahl von knapp 11000 Personen.
Diese Zahl übersteigt die Gesamtzahl der Glaubensgemeinschaft der
Sonne und des Mondes zwar deutlich, jedoch muss bedacht werden, dass der
größte Teil des Ordens sich aus der Sparte der Weltlichen Diener
zusammensetzt. Eine Sparte, die bei ihren polytheistischen Brüdern
und Schwestern nicht einmal existiert.
Ebenso hat es sich besonders positiv auf den Orden ausgewirkt, dass er
seit je her im nordgorasischen Casturia eine ihn nicht nur duldende sondern
ihn gar unterstützende Regierung vorfand. Eine glückliche Begebenheit,
die den Brüdern und Schwestern der Glaubensgemeinschaft der Sonne
und des Mondes leider versagt geblieben ist.
Von
dem Einen der beide ist - Weltbild und Lehre
Der Orden des heiligen Robertus folgt den Lehren seines Gründers
immer noch in unveränderter Art.
In seiner Studienzeit der Lehren Tian Longs und Yue Longs begann eine
Erkenntnis in Robertus zu reifen, die ihn in seinem späteren Werdegang
noch viel Unannehmlichkeiten bereiten, zu guter Letzt jedoch der Leitsatz
einer eigenen Relkigionsgemeinschaft werden sollte.
Robertus sah in seiner revolutionären Deutung der Lehren der Himmlischen
Brüder gar keine Brüder. Laut seiner Auffassung der alten Schriften
war Yue Long nichts anderes als ein anderer Aspekt Tian Longs!
Dieser Aspekt sei es auch nur gewesen, den die Verräterischen Untertanen
Tian Longs vor Urzeiten dem Himmelsdrachen entrissen und der sich in die
gewaltige Gebirgskette Gorasias verwandelte.
Fest in der Weltanschauung der Robertiner verankert, ist der Glaube, dass
dieser Aspekt wieder von Tian Long aufgenommen werden wird, wenn nur ausreichend
viele Menschen wieder aus freien Stücken zum wahren Glauben gefunden
haben. Wenn dies geschieht, wird wieder ein goldenes Zeitalter anbrechen
und alle Wesen werden die Güte des Himmlischen Drachen bereits im
Diesseits erfahren dürfen.
Diesen Zustand herbeizuführen ist erklärtes Ziel der Robertiner.
Die robertinischen Drachenpriester verehren ebenso wie ihre polytheistischen
Brüder beide Aspekte, jedoch nicht als zwei unterschiedliche Wesen!

Die Robertiner
verstehen sich auch als Beschützer und Helfer der Armen und der Kranken,
deren Leid sie bereits vor der Wiedervereinigung der beiden Aspekte Tian
Longs zu lindern suchen. Dies spiegelt sich auch in ihren Ordensregeln
und der daraus resultierenden Tätigkeit des Almosensammelns für
die Armen, und der Pflege von Kranken in ihren Spitälern wieder.
Neben seiner monotheistischen Anschauung unterscheidet sich das Weltbild
der Robertiner allerdings noch ein einem weiteren wichtigen Punkt: Wo
sich die ursprünglichen Drachenpriester auf die Wehrhaftigkeit ihrer
Priester verlassen hatten, hält der Robertinerorden seit seiner Gründung
bereits ein stehendes Heer von gut ausgebildeten Ordenskriegern unter
Waffen. Diese verstehen es hervorragend die Interessen des Ordens mit
Feuer und Schwert durch zu setzten, sobald die Mittel der Diplomatie erschöpft
sind.
Häuser
der Besinnung - Die Tempel des Ordens
Obgleich immer noch stärkste Fraktion sind dem Orden seine Wanderprediger
weniger stark eine Stütze als es die der Glaubensgemeinschaft der
Sonne und des Mondes für ihre Glaubensgemeinschaft sind. Der Orden
unterhält ein kleines Tempelnetz in den nördlichen - dem Drachensohn
feindlich gesonnenen - Ländern Gorasias, dass aus Spenden, Opfergaben
und den Einnahmen der Ordenskrieger finanziert wird (siehe auch: Das Feuer
des Drachen -Krieger des Ordens).
Einen typischen Tempel des Ordens gibt es nicht. In den cammorreanischen
Barbarengebieten findet man regelrechte kleine Festungen die trotz wenig
Personal dem Ansturm einer kleinen Armee widerstehen können, im casturischen
Mondweiher hingegen steht eine Tempelanlage deren Prunk dem hohen Anspruch
einer ernsthaften Befestigungsanlage nicht im Entferntesten gerecht wird.
Auch die Größe der Tempel variiert sehr stark. Kleine Ortschaften
begnügen sich teilweise mit einfachen Schreinen, während große
Städte durchaus einen ausgewachsenen Tempel beherbergen können.
Unabhängig jedoch von Größe, Lage, Wehrhaftigkeit oder
anderen Umständen, beherbergt jeder Tempel Vertreter aller drei Sparten
des Ordens. Sowohl weltliche Diener, als auch Ordenskrieger und natürlich
klerikale Ordensmitglieder sind vertreten.
Ebenso ist fast jedem Tempel ein Spital angegliedert, dessen Größe
stark mit der Tempelgröße variiert. Von einem kleinen Zimmer
mit zwei oder gar nur einem Bett bis hin zu mehreren großen Sälen
für 50 und mehr Personen ist alles möglich.

Von Ordnung
und Weisung - Hierarchie im Orden
Der Orden unterteilt sich in drei Sparten:
1. die Weltlichen Diener
2. die Ordenskrieger
3. der Klerus
Die Drei unterschiedlichen
Sparten haben jede für sich eine eigene Hierarchie. Die Weisungsbefugnis
innerhalb der einzelnen Sparten sind klar definiert: Jeder Ranghöhere
ist weisungsbefugt gegenüber allen Rangniederen sofern der Rangniedere
nicht aufgrund eines besonderen Auftrags befreit ist. In diesem Fall darf
nur ein Ranghöherer als der ursprüngliche Auftragserteiler -
und dies auch nur bei besonderer Dringlichkeit - den Auftrag temporär
aussetzen.
Weisungsbefugnisse zwischen den Sparten sind auf etwas kompliziertere,
jedoch artverwandte Weise geregelt.
Die generelle Möglichkeit Anweisungen zu erteilen besteht zunächst
einmal nur für den Klerus über die Ordenskrieger und die Weltlichen
Diener, und für die Ordenskrieger über die Weltlichen Diener.
Dies ist jedoch auch nur dann der Fall, wenn der Weisungsgeber mindestens
Ranggleich ist mit dem Weisungsempfänger.
Hier muss jedoch erwähnt werden, dass auch ein Lektor einem Aufseher
mitteilen wird, wenn eine helfende Hand gebraucht wird, ohne damit seine
Kompetenzen zu überschreiten. Ob der Aufseher diese Arbeit nun selbst
verrichtet oder sie delegiert, bleibt dann jedoch ihm überlassen.
Aber auch umgekehrt besteht eine gewisse Weisungsbefugnis: Der jeweilig
ranghöchste Weltliche Diener und Ordenskrieger einer Gruppe/Gemeinschaft
hat diese gegenüber allen Rangniederen der anderen Sparten, sofern
sein Ansinnen dem Wohl des Ordens dient und nicht mit Anweisungen des
jeweilig Ranghöchsten der Sparte des Weisungsempfängers kollidiert.
Generell kann also gesagt werden, dass die Mitglieder eines Kapitels (s.
Begriffserklärungen) Weisungsbefugnis gegenüber allen Rangniederen
ihrer Gemeinschaft haben.
Diese Regeln gelten innerhalb
von Tempeln des Ordens, auf regionaler Verwaltungsebene und im Ordenskapitel.
Bei Reisegruppen jedoch, wird die Führung von einem - durch den die
Reise anordnenden Ordensvertreter - bestimmten Weisungsbefugten übernommen,
der somit alleine das gesamte Kapitel darstellt.
 Die
Treuen Seelen - Weltliche Diener
Sie sind all jene Mitglieder des Ordens, die nicht mit Waffen umzugehen
verstehen aber auch nicht zu klerikalem Wirken berufen sind. Sie verrichten
zusammen mit den Novizen den größten Teil der weltlichen Arbeit.
Hauptsächlich sind sie in den Wirtschaftsgebäuden der Tempel
- wie den Küchen oder den Stallungen - zu finden.
Aber auch in den Ordensspitälern sind es die Weltlichen Diener, die
sich um alle anfallenden Aufgaben kümmern. Auch Hilfe zu leisten,
bei der Pflege der Kranken ist hier Teil ihrer Aufgabe. Teilweise werden
hierfür besonders geeignete Weltliche Diener in den permanenten Spitaldienst
aufgenommen und erhalten eine umfassende Ausbildung als Arzt, Alchimist,
Wundscher o.ä.
Auch wenn es anders erscheinen
mag, sind die weltlichen Diener vollwertig anerkannte Mitglieder des Ordens!
Getreu dem Leitsatz: "Wer dient, dient auf den weisen Beschluss des
Himmlischen hin."
 Das
Feuer des Drachen - Krieger des Ordens
Das Relikt aus der Gründungszeit, dass die Krieger des Ordens ihre
Dienste - sofern sie nicht für Angelegenheiten des Ordens selbst
benötigt werden - Dritten ihre Fähigkeiten und Ihr Kriegsgerät
gegen eine angemessene Spende zur Verfügung stellen, hat lange Zeit
dafür gesorgt, dass den Ordenskriegern etwas Söldnerhaftes,
etwas Anrüchiges anhaftete.
Im Laufe der Jahrzehnte jedoch hat es sich gezeigt, dass nur Dienstherren
akzeptiert werden die in unzweifelhaftem Einklang mit den Zielen und den
Ansichten des Ordens stehen.
Ebenso ist mit der notwendigen Verteidigung - nicht nur gegen die Heerscharen
des Drachensohns, sondern auch gegen die ehemaligen Brüder und Schwestern
der Glaubensgemeinschaft der Sonne und des Mondes - eine Militärisierung
des Ordens einhergegangen, die bis heute zwar etwas zurückgegangen
ist, sich jedoch immer noch deutlich zeigt.
Neben der offiziellen Bezeichnung "Das Feuer des Drachen" werden
die Ordenskrieger häufig auch als "Die Faust Tian Longs"
genannt.
 Die
Verbreiter des Lichtes - Der Klerus
Angehörige des Klerus sind zuständig für allgemeine klerikale
Aufgaben wie beispielsweise das Abhalten von Messen oder die Beisetzung
von Verstorbenen.
Ebenso gehört die Pflege der Kranken zu ihren Aufgaben.
Aus den Reihen des Klerus werden mit Abstand die meisten Inquisitoren
rekrutiert. (siehe Kapitel Die Reinigende Flamme - Die Inquisition des
Ordens)
 Die
Reinigende Flamme - Inquisition des Ordens
Seit seiner Etablierung als eigenständiges Gebilde hat sich der Orden
auch die Jagd nach Dämonen auf die Fahne geschrieben. Jedoch unterhält
der Orden erst seit knapp 150 Jahren eine eigene Inquisition die sich
ausschließlich mit derartigen Geschöpfen und ihren Werken befasst.
Die Inquisition rekrutiert
ihre Mitglieder aus den Reihen aller drei Sparten des Ordens, auch wenn
hier erwähnt werden muss, dass eine Eignung bei den Weltlichen Dienern
ausgesprochen selten entdeckt wird.
Die Reinigende Flamme sucht überall nach Zeichen dämonischen
Einflusses und versucht ihn nachhaltig zu beseitigen. Personen die sich
freiwillig dämonischen Mächten verschrieben haben, werden erbarmungslos
gejagt und wenn möglich in die Keller der Inquisition unter der Ordensfeste
Hornberg überstellt. Sollte sich dort eine Läuterung als undurchführbar
erweisen, so werden dem Geist Dämonendieners möglichst viele
Informationen entlockt und er selbst anschließend enthauptet und
verbrannt.
Sollte sich eine Läuterung als erfolgversprechend erweisen, verlässt
der ehemalige Dämonendiener nach selbiger die Keller der Ordensfeste
als neuer Novize unter besonderer Aufsicht und Überwachung durch
den Klerus. Diese besondere Überwachung in Form von unangekündigten
Kontrollen seiner Loyalität muss das neue Ordensmitglied sein Leben
lang über sich ergehen lassen.
Zu Beginn des Jahres 6 nZS
besteht die Inquisition aus ungefähr 250 hochqualifizierten Streitern
wider der dämonischen Einflüsse.
Teilhaben
an der Gemeinschaft - Aufnahme in den Orden
Die Aufnahme eines Novizen geschieht immer indem eine Person sich darum
bewirbt oder ein Findelkind zu einem Tempel gebracht wird.
Die Bewerbung kann natürlich auch auf Drängen eines Vormundes
oder eines Ordensmitgliedes erfolgen, das eine besondere Begabung bei
dem zukünftigen Novizen feststellt. Aber die eigentliche Bitte um
Aufnahme muss zwingend aus dem Mund des Bewerbers oder der Bewerberin
erfolgen.
Eine Prüfung für die Aufnahme gibt es nicht. Das Noviziat selbst
ist eine Zeit in der das neue Mitglied sich zu beweisen hat.
Ansehen und Erfahrung
- Ränge innerhalb des Ordens
| Weltlich |
Ordenskrieger |
Priester |
| Novize |
Novize |
Novize |
| Kehrer |
Ostiarier |
Lektor |
| Aufseher |
Sergeant |
Akolyth |
| |
Ordensritter |
Subdiakon |
| |
Tempelwächter |
Diakon |
| Vorsteher |
Hauptmann
/ Komtur |
Priester /
Oberer |
| Sprecher |
General |
Erzpriester |
| Fürsprecher |
Großkomtur |
Patriarch |
Rechte und
Pflichten - Aufgaben der einzelnen Positionen
Novizen
Sie haben die Grundlagen der Lehren Tian Longs zu verinnerlichen und sich
auf kommende Aufgaben vorzubereiten. Die niedrigsten Arbeiten sind für
sie reserviert.
Vergleichbar ist ihre Qualifikation mit der eines Handwerkerlehrlings.
Ränge weltlicher Diener
 
Kehrer
Kehrer haben Ihre Novizenschaft erfolgreich bestritten und sind für
die alltäglichen Aufgaben die aber bereits Fachwissen und Erfahrung
benötigen zuständig. Ihr Status entspricht dem eines Handwerksgesellen.
Aufseher
Der Handwerksmeister unter den weltlichen Rängen hat keineswegs nur
überwachende Tätigkeiten auszuführen, obgleich sein Name
dies natürlich nahe legt. Er hat im Laufe seines Lebens ein reichhaltiges
Fachwissen erworben und kann auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen,
den er auch immer wieder einsetzt um beispielsweise die feinen Ornamente
der Tempelverzierungen auszubessern und zu erweitern.
Generell fallen alle wirklich komplexen Arbeiten in den Aufgabenbereich
der Aufseher.
Vorsteher
Er führt die Oberaufsicht über das gesamte weltliche Personal
eines Tempels oder einer Ordensfestung. Er hat lediglich dem, dem Tempel
oder der Festung vorstehenden Priester und natürlich dem "Sprecher"
und dem "Fürsprecher" gegenüber Rechenschaft abzulegen.
Sprecher
Der Sprecher ist der in das Regionskapitel entsandte Vertreter der Weltlichen
Diener. Ihm obliegt es die ihm zur Verfügung gestellten Ressourcen
der Weltlichen Diener in seiner Region am sinnvollsten ein zusetzten.
Fürsprecher
Die Verteilung der Ressourcen der Weltlichen Diener auf die einzelnen
Regionen obliegt ihm gleichsam wie die Interessen des Ordens nach besten
Möglichkeiten zu fördern.
Ränge der
Ordenskrieger
 
Ostiarier
Nach der erfolgreich abgelegten Novizenprüfung eines Ordenskriegers
steigen die Absolventen in den Rang eines Ostiariers auf. Dessen Aufgaben
bestehen, neben der Pflicht sich in jedweder Form weiterzuentwickeln,
im Wesentlichen in der Bewachung einer Liegenschaft des Ordens oder eine
Reisegruppe.
Sergeant
Sergeanten sind die Arbeitstiere der Ordenskrieger. Sie nehmen die Rolle
eines Koordinators für die Tätigkeiten der Ostiarier ein und
kümmern sich um das wehrtechnische Ausrüsten von Reisegruppen.
Sie übernehmen selbst Dienst am Tempeltor, in Reisegruppen und in
vermieteten Kompanien und stehen für viele weitere Aufgaben bereit.
Es gilt unter den Ordenskriegern nicht als Schande ein Leben lang im Rang
eines Sergeanten zu verweilen.
Ordensritter
Ein Ordensritter übernimmt meist die Führung einer Reisegruppe,
kann einer solchen aber auch als Geleit zugewiesen werden. Häufig
wird er auch als Offizier in gemischten Kompanien eingeteilt oder aber
auch in eine der seltenen Ordenskriegerkompanien. In beiden Fällen
jedoch verrichtet er dort sein Handwerk: Kämpfen für die Ziele
des Ordens.
Der Rang des Ordensritters ist für die Brüder und Schwestern
der Faust des Himmlischen Drachen meist das Ende Ihrer Laufbahn. Die meisten
Schaffen es niemals über diesen Rang hinaus.
Tempelwächter
Verdiente Ordensritter, die sich der Führung von Personen gewachsen
gezeigt haben, werden in den Rang eines Tempelwächters erhoben und
in einen Tempel versetzt. Hauptsächlich dient der Rang als Vorbereitungszeit,
um zu prüfen ob der Tempelwächter für die Führung
der Ordenskriegersparte einer Liegenschaft des Ordens geeignet ist. Allerdings
tummeln sich im Rang eines Tempelwächters viele unglückliche
aufstrebende Ordenskrieger die von einer eigenen Komturei träumen.
Jedoch gibt es immer noch zu viele Kandidaten für zu wenige Liegenschaften.
Hauptmann/Komtur
Ein Tempelwächter, der sich als fähig erweisen hat die Kriegersparte
einer Liegenschaft (einer Komturei) des Ordens zu Leiten, und das Glück
hat eine solche Liegenschaft zugewiesen zu bekommen, wird in den Rang
eines Komturs erhoben. Denjenigen, denen man die Beförderung nicht
verweigern, aber auch keine Komturei übertragen kann weil kein Posten
frei ist, wird die Beförderung in den Rang eines Hauptmannes zuteil.
Die Aufgaben eines Hauptmannes unterscheiden sich kaum von denen eines
Tempelwächters, jedoch ist seine Ausbildung zum Komtur eigentlich
schon abgeschlossen.
General
Der General hat, entgegen den Stabsrängen der anderen Sparten, nicht
nur noch verwaltende und repräsentative Aufgaben. Es ist zwar selten
der Fall, jedoch gehört es zu seinem Aufgabengebiet im Falle einer
großen Schlacht die Truppen, die hierfür seinem Kommando unterstellt
werden, in die Schlacht zu führen.
Großkomtur
Der Posten eines Großkomturs ist der einzige innerhalb der Ordenskriegerschaft,
der nicht mit der Pflicht belegt ist das Schwert zu führen. Nichts
desto trotz wird dieser Posten meist von Personen Bekleidet, die den Umgang
mit dem Schwert perfektioniert haben.
Ränge
der Priesterschaft
 
Lektor
Lektoren sind die niedersten Messedienste vorbehalten. Sie fungieren als
Leser der Schriften Tian Longs und haben ansonsten nur die Pflicht sich
in jedweder Form weiterzubilden. Vor allem Andern steht das Erweitern
ihrer Heilkünste an oberster Stelle.
Akolyth
Nach einer religiösen Reifezeit werden Lektoren zu Akolythen.
Nun beginnt man mehr Wert auf ihre Einweisung in die Kunst des Wirkens
göttlicher Wunder zu legen.
Subdiakon
Subdiakone sind vom regulären Messedienst im Tempel befreit,
dürfen aber freiwillig Aufgaben während der Messe übernehmen.
Ihre eigentliche Aufgabe ist die Pflege der Kranken auch unter Einsatz,
der in ihrer Zeit als Akolythen erlernten, göttlicher Wunder.
Subdiakone gehen häufig mit Diakonen und Priestern auf Reisen - der
Hauptgrund für ihre Befreiung vom Messedienst im(!) Tempel - um der
Welt außerhalb der Tempel die Weisheiten Tian Longs zu bringen und
von ihren Vorgesetzten zu lernen.
Diakon
Die Verwaltung eines Hospitals obliegt einem Diakon, aber nicht jeder
Diakon verwaltet auch ein Hospital. Diejenigen denen die Leitung eines
eigenen Hospitals verwehrt bleibt, unterstützen ihren Hospitalleiter
in seinen Aufgaben, kümmern sich um körperlich und seelisch
Kranke und bilden sich weiter.
Priester/Oberer
Priester haben die Höheren Weihen empfangen. Sie leiten häufig
Reisegruppen, halten Messen im Tempel oder aus Reisen ab, kümmern
sich um das Seelenheil und die Gebrechen der Gläubigen Tian Longs,
etc.
Den klerikalen Vorsteher eines Tempels oder einer Ordensfestung - der
immer den Rang eines Priesters bekleidet - nennt man Oberen.
Erzpriester
Ein Erzpriester ist der in das Regionskapitel entsandte Vertreter der
Priesterschaft. Ihm obliegen Entscheidungen über Standorte neuer
Tempel, koordiniert Unterstützung verschiedener Tempel untereinander
mit Ressourcen und vieles mehr.
Patriarch/Matriarchin
Die gewichtigste Stimme innerhalb des Ordenskapitels ist der Person
inne, die diesen Rang bekleidet. Denn aller Militarisierung und Liberalisierung
gegenüber den weltlichen Dienern zum Trotz, handelt es sich bei den
Robertinern immer noch um einen geistlichen Orden.
Begriffserklärungen
Buße
Buße ist eine für Verfehlungen - meist gegen die Ordensregeln
- auferlegte Strafe die unter Anderem Fasten, Meditation, lange Gebete,
eigentlich für rangniedere vorbehaltene Arbeit und auch körperliche
Züchtigung und Kombinationen hiervon (teilweise über mehrere
Tage verteilt) beinhalten kann.
Die Buße wird bei Auferlegung durch einen Oberen genau in Dauer
und Art bestimmt und ist nur durch das Kapitel des Delinquenten aufzuheben
oder zu korrigieren.
Kapitel/Vorstandschaft
Das Kapitel (seltener auch: "die Vorstandschaft") ist der jeweilige
Zusammenschluss der Führungskräfte auf jeder Verwaltungsebene
(Reisegruppe / Tempel / Region / Orden). Es setzt sich aus den jeweils
höchsten Amtsträgern der Verwaltungsebene zusammen, die da wären:
Vorsteher, Komtur und Oberer für einen einzelnen Tempel, Sprecher,
General und Erzpriester für eine Region und Fürsprecher, Großkomtur
und Patriarch oder Matriarchin für den Orden.
Das Kapitel von Reisegruppen besteht nur aus einem einzelnen Vertreter
des Orden, der von demjenigen der die Reise angeordnet hat bestimmt wird
(siehe auch: "Hierarchie").
Innerhalb eines jeden Kapitels ist die allgemeine Hierarchie "Klerus
- Ordenskrieger - Weltliche Diener aufgehoben, Kapitelmitglieder sind
alle gleichberechtigt. Einzige Ausnahme ist das Ordenskapitel, in dem
das klerikale Oberhaupt mit einem Vetorecht ausgestattet ist, von dem
es allerdings eher selten gebrauch macht.
Komturei
Ein Tempel oder eine Ordensfestung mit umliegenden Ländereien.
Oberer
Auch wenn dies eine Bezeichnung für einen Sonderrang der Priesterschaft
ist, wird dieser Begriff auch ganz allgemein für Vorgesetzte verwendet.
Stabsrang
Als Stabsränge bezeichnet man alle Ränge oberhalb derer eines
Tempelkapitels. Diese wären Sprecher, Fürsprecher, General,
Großkomtur, Erzpriester und Patriarch bzw. Matriarchin.
Die Ordensregeln
Die Konstitutionen von Bruder Robertus von Hornberg aus der Zeit von 653-650
vEdS. In Tian Longs Namen.
Ich, Robertus, ein Diener der Menschen unseres Herrn Tian Long und ein
Beschützer des Spitals zu Hornberg, habe nach eingehender Beratung
des ganzen Kapitels der Kleriker und Laien unseren Brüdern diese
Gebote und Gesetze im Hause des Spitals zu Hornberg erlassen.
Die
Profeß
(1) Als erstes gebiete ich, dass alle Brüder und Schwestern, die
zum Dienste der Menschen kommen, die Dinge, die sie Tian Long in die Hand
des Priesters und auf seine Schriften versprochen haben, mit der Hilfe
des Himmlischen halten:
(2) Das sind Frömmigkeit und Gehorsam, das ist alles, was ihnen von
ihrer Vorstandschaft geboten wird, und dass sie ohne Eigentum leben, bis
sie den Rang eines Aufsehers, eines Sergeanten oder eines Akolyten erreichen,
(3) ab wann sie ihrem Rang angemessenes Eigentum besitzen dürfen.
Die Ansprüche der Brüder und Schwestern
(1) Und man gewähre euch nicht mehr von eurem Anspruch als Wasser
und Brot und Kleider, die man euch verspricht.
(2) Und ihre Kleidung soll bescheiden sein, da wir uns als Diener der
Armen des Himmlischen Drachen bezeichnen, die nackt und schmutzig einhergehen.
(3) Und es ist schändlich für einen Diener, dass er stolz sei,
während sein Herr bescheiden ist.
Die Ehre der Brüder und Schwestern, der Tempeldienst und die Aufnahme
von Kranken
(1) Es ist auch festgesetzt, dass überall ihr Auftreten und ihr Lebenswandel
ehrbar sei,
(2) d.h. dass Kleriker am Altar dem Priester in angemessenen Kleidern
dienen, sei es ein Diakon oder ein Subdiakon oder wenn nötig, so
tue es ein anderer Bruder, der vorgebildet ist.
(3) Im Tempel soll Tag und Nacht auch ein Licht brennen.
(4) Und beim Krankenbesuch soll der Priester so es möglich ist mit
weißen Kleidern gehen.
(5) Und ein Diakon oder ein Subdiakon oder ein Akolyth soll vorangehen
und eine Laterne mit einer brennenden Kerze und einen Weihwasserkessel
tragen.
Die
Reisen der Brüder und Schwestern und das Verhalten Frauen gegenüber
(1) Wenn aber die Brüder und Schwestern durch die Städte oder
die Kastelle gehen, so gehen sie nicht allein, sondern zu zweit oder zu
dritt miteinander,
(2) und sie sollen nicht gehen, mit wem immer sie wollen, sondern mit
denen der Obere ihnen zu gehen befiehlt.
(3) Und sobald sie dort angekommen sind, wohin sie wollen, bleiben sie
stehen.
(4) An ihrem Auftreten, an ihrem Lebenswandel und an all ihren Sachen
soll nichts geschehen, worüber jemand Ärgernis nehmen kann.
(5) Auch wenn sie im Hause oder im Tempel sind oder dort, wo Frauen sind,
da sollen sie auch ihren Anstand bewahren.
(6) Frauen jedoch sollen die Brüder und Schwestern nicht waschen
noch ihr Bett machen.
(7) Unser Herr, der in seinen Dienern wohnt, behüte sie auf diese
Weise.
Das
Almosensammeln und das Spendensammeln
(1) Um für die heiligen Armen Almosen und für den Orden Spenden
zu sammeln, sollen sich geistliche auf den Weg machen,
(2) und die Faust Tian Longs soll sie dabei beschützen ohne Almosen
oder Spenden zu pressen.
(3) Wenn sie eine Herberge suchen, so gehen sie zu einem Tempel oder zu
einer anderen ehrbaren Person und erbitten um Tian Longs Willen etwas
für ihren Lebensunterhalt und kaufen nichts anderes.
(4) Finden sie niemand, der ihnen etwas gibt, so kaufen sie maßvoll
ein einziges Essen, wovon sie leben können.
Die
Verwendung der Almosen und der Spenden
(1) Und sie nehmen von dem Almosen und den Spenden weder Land noch Pfand,
außer dass sie es ihrem Oberen mit einer Urkunde zurückgeben.
(2) Und der Obere soll von allen Spenden den dritten Teil für die
Zwecke des Tempels erhalten
(3) und was davon nicht benötigt wird, das soll er zum Almosen legen
und mit seiner Schrift den Armen senden.
(4) Aus allen Spenden sei der dritte Teil gegeben für die Verbreitung
des Ordens.
(5) Aber der letzte Teil soll übergeben werden an die Faust des Himmlischen
Drachen, auf das sie den Orden und alles was Schützenswert ist beschützen
möge.
Die
Predigt und Reisen
(1) Es sollen Brüder von keinen Häusern weggehen, um zu predigen
oder das Almosen und die Spenden einzusammeln, außer allein diejenigen,
die der Obere und das Kapitel dazu benennen.
(2) die Brüder, die ausziehen, um das Almosen und die Spenden einzusammeln,
sollen aufgenommen werden, in welches Haus sie kommen, und nehmen am Lebensunterhalt
teil, wie ihn die Brüder und Schwestern unter sich haben und verlangen
weiterhin nichts.
(3) Sie sollen ein Licht mit sich führen.
Die
Bekleidung und das Fasten
(1) Weiterhin verwehren wir den Brüdern Pelze von wilden Tieren anzuziehen
oder Schmuck der nicht Tian Long gefällig ist zu tragen.
(2) Sie sollen auch nicht mehr als dreimal am Tage essen, ausgenommen
die Brüder und Schwestern, die schwach und krank sind.
(3) Auch sollen sie nicht nackt, sondern in Leinenkleidung oder in Flachsröcken
ruhen.
Die
Strafe bei Streitigkeiten und unerlaubtem Verlassen des Hauses
(1) Gerät ein Bruder oder eine Schwester mit einem anderen Bruder
oder einer anderen Schwester in Streit und kommt das Geschrei vor den
Oberen, so soll der Streitende sieben Tage lang Buße tun und am
Mittwoch und Freitag bei Wasser und Brot fasten und ohne Tisch und Tischtuch
auf dem Boden essen.
(2) Kommt es aber vor, dass ein Bruder oder eine Schwester auf einen anderen
Bruder oder eine andere Schwester einsticht, soll man ihm oder ihr vierzehn
Tage Buße auferlegen, jeden Mittwoch und Freitag bei Wasser und
Brot,
(3) stirbt aber das Opfer so soll der Delinquent in die Stellung eines
Fremdlings fallen und das Kapitel soll über ihn Gericht sitzen und
ihn hart strafen.
(4) Verlässt einer das Haus oder den Oberen, dem er anvertraut wird,
eigenwillig gegen den Willen seines Oberen und kommt er danach wieder
zurück, so soll er vierzehn Tage lang auf dem Boden essen und an
jedem Mittwoch und Freitag bei Wasser und Brot fasten,
(5) und er bleibe auch ebenso lange in der Stellung eines Fremdlings,
die Zeit, so lange er draußen gewesen ist, es sei denn, dass die
Vorstandschaft verfügt, die Länge der Zeit zu mindern.
Das
Stillschweigen
(1) Bei Tische im Tempel soll jeder sein Brot in Stillschweigen essen,
(2) und nach dem Abendgebet trinke er nichts außer pures Wasser
und Säfte,
(3) und in ihren Betten im Tempel sollen die Brüder und Schwestern
Stillschweigen bewahren.
 Das
Vorgehen bei unordentlichem Verhalten eines Bruders oder einer Schwester
(1) Wenn es der Fall ist, dass sich ein Bruder oder eine Schwester unordentlich
verhält und wird vom Oberen bestraft oder von anderen Brüdern
oder Schwestern zwei oder dreimal beanstandet und will sich nach den Ermahnungen
nicht bessern, soll er dem Kapitel mit einem Schreiben, in dem seine Schuld
verzeichnet ist, geschickt werden.
(2) Man soll ihm eine bescheidene Kost als Reiseverpflegung mitgeben,
dass er zu uns kommen kann und dass wir über ihn richten.
(3) Niemand schlage Diener, die ihm anvertraut sind, außer der Obere
des Hauses oder Brüder und Schwestern vollziehen eine Strafe vor
aller Augen an ihm.
(4) In jedem Fall soll man das Recht des Hauses voll und ganz einhalten.
Das Vorgehen
beim Entdecken von unerlaubtem Besitz bei einem Bruder oder einer Schwester
(1) Wenn es vorkommt, dass irgendein Bruder oder eine Schwester, der ohne
Eigentum sein sollte, bei seinem Tode Eigentum hat, das er zu Lebzeiten
seinem Oberen nicht vorgezeigt hat, für den sollen keine Gottesdienste
gehalten werden, nur soll man ihn begraben wie einen Sträfling.
(2) Hat er zu Lebzeiten und bei voller Gesundheit Eigentum, das er vor
seinem Oberen verborgen hielt und das dann bei ihm gefunden wird, so soll
man ihm sein Eigentum an den Hals binden, und er soll durch das Haus,
wo er lebt, nackt geführt werden und soll von einem Kleriker geschlagen
werden, wenn er ein Kleriker ist.
(3) Ist er aber ein Ordenskrieger oder Weltlicher Diener, so schlage ihn
ein anderer, dem es geboten wird.
(4) Und er sitze vierzig Tage auf der blanken Erde und faste jeden Mittwoch
und Freitag bei Wasser und Brot.
 Die
Begräbnisriten
(1) Und was auch sehr notwendig ist, so gebieten wir euch allen, die Anordnungen
für alle, die von hinnen scheiden, in allen Häusern einzuhalten.
(2) In welchem Hause sie sterben, da soll man dreißig Messen singen
für die Seele des toten Bruders oder der toten Schwester.
(3) Zur ersten Messe soll ein jeder Bruder und eine jede Schwester, die
anwesend sind, eine Kerze mit einem Tael opfern.
(4) Wieviel Tael es auch sind, man soll sie armen Leuten geben.
(5) Und der Priester, der alle Messen singt, soll seine Kost die Tage
über erhalten, wenn er nicht dem Hause angehört.
(6) Sobald die Riten vollbracht werden, soll ihm der Obere Gutes erweisen.
(7) Alle Kleider des toten Bruders soll man armen Leuten geben.
(8) Und die Brüder und Schwestern, die Priester sind, sollen, wenn
sie die Messe singen, ihr Gebet zu unserem Herrn Tian Long für seine
Seele verrichten.
(9) Ein jeder Kleriker soll für ihn ein Gebet sprechen.
(10) Auch soll man über andere Verfehlungen und über alle Angelegenheiten
im Kapitel entscheiden und gerecht urteilen.
 Mahnung
zum Eifer
(1) Und wir gebieten alle diese Vorschriften, sowie wir sie erlassen haben,
im Namen des allmächtigen Tian Long und der heiligen Armen, mit höchstem
Eifer einzuhalten.
 Die
Aufnahme und Pflege der Kranken
(1) Kommt ein Kranker in das Haus, dem der Spitalmeister das Recht verleiht
und die Erlaubnis gibt, ein Spital zu unterhalten, so soll dieser aufgenommen
werden.
(2) Zuerst soll er dem Priester seine Sünden beichten und soll geistlich
betreut werden.
(3) Dann soll er zum Bett getragen werden und wie ein Herr nach des Hauses
Möglichkeit alle Tage liebevoll gespeist werden, noch ehe die Brüder
und Schwestern essen.
(4) Und an allen Samstagen soll die Botschaft Tian Longs im Spital gelesen
werden und während des Umgangs (Prozession) soll der Kranke mit geweihtem
Wasser besprengt werden.
(5) Wenn es vorkommt, dass einer der Brüder oder eine der Schwestern,
die die Häuser auf dem Lande betreuen, gegen den Willen des Oberen
das Gut der heiligen Armen irgendeiner weltlichen Person weggibt, so soll
er aus aller Gemeinschaft ausgestoßen werden.
 Die
brüderliche und schwesterliche Zurechtweisung
(1) Auch wenn zwei oder mehr Brüder oder Schwestern beisammen sind
und führt einer unter ihnen einen schändlichen Lebenswandel,
so soll der andere Bruder oder die andere Schwester ihn weder vor den
Leuten noch vor dem Oberen in einen schlechten Ruf bringen, sondern er
soll ihn zuerst selber zurechtweisen und ermahnen, dass er sich bessere,
(2) will er aber seine Gesinnung nicht verbessern, so kann der Bruder
oder die Schwester noch einen oder zwei Brüder oder eine oder zwei
Schwestern dazu nehmen und sie sollen zum zweiten mal den Bruder, der
sich nicht wohl verhält, ermahnen, dass er sein Leben bessere.
(3) Tut er das, so sollen sie darüber froh sein und sie sollen seinetwegen
Tian Long loben.
(4) Ist es aber der Fall, dass er sich nicht bessern will, so sollen sie
unauffällig Leben und Schuld des Bruders bei der Vorstandschaft vorbringen.
(5) Danach geschieht mit ihm, was das Kapitel will.
 Die
Beschuldigung eines anderen Bruders oder einer Schwester
(1) Doch kein Bruder und keine Schwester soll seinen anderen Bruder noch
ihre andere Schwester beschuldigen, es sei denn, es sei wohl zu beweisen.
(2) Tut er es aber, so ist er kein guter Bruder und so ist sie keine gute
Schwester, und soll die Strafe erleiden, die der Angeschuldigte hätte
leiden müssen, sobald es hätte bewiesen werden können.
 Das
Tragen der Schwinge auf der Kleidung
(1) Weiterhin sollen alle Brüder und Schwestern in allen Häusern,
die sich jetzt oder später Tian Long und der heiligen Ordensfeste
Hornburg weihen, Schwingen auf ihrer Brust, an den Umhängen und an
den Mänteln zu Ehren unseres Gottes Tian Long tragen,
(2) dass der himmlische Drache um des gleichen Zeichens willen, des Glaubens,
der Werke und des Gehorsams uns behüte und vor dämonischer Gewalt
in dieser und der künftigen Welt uns beschirme an Seele und Leib
zusammen mit allen Menschen, die uns Wohltaten spenden."
   
Outtime-Anmerkung:
Diesen Ordensregeln liegt die deutsche Übersetzung des Lateinischen
Originals der "Ordensregel des Raimond de Puys aus der Zeit von 1125
- 1153 n.Chr." für den christlichen Souveränen Ritter-
und Hospitalorden vom Hl. Johannes zu Jerusalem, genannt von Rhodos, genannt
von Malta (heute besser bekannt als Johanniter) zu Grunde.
Die Regeln wurden für den fiktiven Orden der Robertiner angepasst,
ergänzt und gekürzt.
Regeltechnisches
Contage und Prüfungen
Allen Prüfungen ist gemein, dass zu Beginn eine Prüfung auf
das allgemeine Verständnis der Lebensweise des Ordens erfolgt. Bei
jeder Prüfung wird also das Wissen des Prüflings um die Ordensregeln
und deren Auslegung abgefragt, je höher der erstrebte Rang, um so
mehr davon.
Weitere Details zu den Prüfungen werden erarbeitet und sobald als
möglich veröffentlicht.
Allgemein
Siehe "Aufnahme in den
Orden":
Eine Prüfung für die Aufnahme gibt es nicht. Das Noviziat selbst
ist eine Zeit in der das neue Mitglied sich zu beweisen hat.
Weltlich
| Kehrer |
5 |
| |
|
| Aufseher |
20 |
| |
|
| Vorsteher |
45 |
| Sprecher |
SIM-Leitung |
| Fürsprecher |
SIM-Leitung |
Ordenskrieger
| Ostiarier |
5 |
| Sergeant |
10 |
| Ordensritter |
20 |
| Tempelwächter |
30 |
| Hauptmann/Komtur |
45 |
| General |
SIM-Leitung |
| Großkomtur |
SIM-Leitung |
Priester
| Lektor |
5 |
| Akolyth |
10 |
| Subdiakon |
20 |
| Diakon |
30 |
| Priester/Oberer |
45 |
| Erzpriester |
SIM-Leitung |
| Patriarch |
SIM-Leitung |
Kleidung
Die Quartiermeister des Ordens erhalten aus dem Ordenskapitel Anweisung
wie die Mitglieder einzukleiden sind.
Seit dem Jahre des Endes der Sühne tragen alle Robertiner der weltlichen
Sparte eine Kombination aus den folgenden Kleidungsstücken:
Schwarze Beinkleider aus Wolle oder Leinen. Eine natur belassene Tunika
aus Leinen. Eine grüne Cotta aus Wolle.
Ein Mantel aus brauner Wolle und mit den Schwingen Tian Longs versehen,
schützt sie vor Wind und Wetter.
Ordenskrieger tragen schwarze
oder braune Beinkleider, eine natur belassene Tunika und eine natur belassene
oder graue Cotta aus Wolle mit natur belassenem Leinen gefüttert.
Sie haben jedoch die Möglichkeit einen langen Wappenrock zu tragen,
der auf rotem Grund das Zeichen ihres Ranges zeigt, und der entweder über
der Cotta oder anstelle dieser getragen wird. Stabsränge tragen weiße
Wappenröcke.
Es ist ihnen erlaubt lederne Handschuhe in beliebiger Farbe zu tragen.
Ein schwarzer Mantel aus Wolle, mit einem Futter aus Leinen in seiner
natürlichen Farbe, geschmückt mit der Schwinge Tian Longs runden
das Erscheinungsbild des Ordenskriegers ab.
Des Weiteren gilt es unter den Ordenskriegern als schicklich - wenn auch
nicht zwingend erforderlich - sich ab dem Aufstieg in den Stande eines
Ordensritters mit einem weißen Ledergürtel zu kleiden.
Priester kleiden sich in lange
und lockere Gewänder meist heller Farbe. Eine natur belassene Leinentunika
und eine ebenso natur belassene oder graue Leinen- oder Wollhose bilden
die Basis. Hierauf wird eine Knöchellange Cotta - ebenfalls natur
belassen - aus Wolle oder Leinen getragen. Ein Überwurf - ähnlich
dem Wappenrock der Ordenskrieger - ebenso aus Wolle wie die Gugel runden
die Gewänder der Priesterschaft ab. Überwurf und Gugel sind
immer von dunkelbrauner Farbe, nur Stabsränge tragen beides in weiß.
Die Mäntel der Priesterschaft sind identisch mit denen der weltlichen
Diener.
Sein Schuhwerk wählt jeder
Robertiner nach eigenem Ermessen und Wohlbefinden.
Unterscheidung der Ränge
Um die einzelnen Ränge voneinander zu unterscheiden wird bei den
Robertinern ein Rangabzeichensystem verwendet. Die Zeichen müssen
immer gut sichtbar getragen werden.
Zwar keine Sicherheit, aber doch zumindest einen Anhaltspunkt bietet auch
die Qualität der Kleidung. Beispielsweise die Qualität des Stoffes
oder die Tatsache, ob sie gefüttert ist oder nicht. Aber auch viele
weitere Details können einen Anhaltspunkt bieten.
Dir Robertiner verwenden das Zeichen der Schwinge Tian Longs zur Unterscheidung
der einzelnen Ränge. Entscheidend ist die Kombination der Schwingenfarbe
und der Farbe des unterlegten Wappenschildes oder ob überhaupt ein
solcher Wappenschild der Schwinge unterlegt ist. (Alle Novizen tragen
die Schwinge ohne diesen Schild auf der Kleidung.)
| Rang |
Schwingenfarbe |
Grund |
| Novize |
Schwarz |
Kein Wappenschild! |
| Kehrer |
Ostiarier |
Lektor |
Schwarz |
Hellbraun |
| |
Sergeant |
Akolyth |
Schwarz |
Blau |
| Aufseher |
Ordensritter |
Subdiakon |
Schwarz |
Weiß |
| |
Tempelwächter |
Diakon |
Schwarz |
Gelb
|
| Vorsteher |
Hauptmann/Komtur |
Priester/Oberer |
Weiß |
Schwarz |
| Sprecher* |
General* |
Erzpriester* |
Schwarz |
Rot |
| Fürsprecher* |
Großkomtur* |
Patriarch* |
Weiß |
Rot |
*Die Überwürfe dieser
Würdenträger sind im gegensatz zur Norm Weiß!
Autor: Achim Ullmann
(achim [bei] pgrev [Punkt] de
|